Praxisinformation

Veröffentlichung:
Die habituelle Schulterluxation bei Kindern und Jugendlichen
als Promotionsarbeit vorgelegt am 07.03.83, Julius-Maximilians-Universität, Würzburg

Die habituelle Schulterluxation bei Kindern und Jugendlichen

 

Der Begriff der habituellen Schulterluxation ist streng von dem der posttraumatischen Schulterluxation zu trennen. Die Patienten mit habitueller Schulterluxation sind meist unter 12 Jahre alt. Das erste Auftreten der Luxation ist meist unbekannt. Sie erfolgt schmerzlos und ist problemlos willkürlich reponierbar. Auch operiert neigt sie zu Rezidiven. Ihre Ursache scheint endogen-konstitutionell zu sein, da sich keine Hinweise auf eine traumatische oder pathologische Genese ergeben. Bei habituellen Schulterluxationen findet man im Vergleich zu Patienten mit posttraumatisch rezidivierender Schulterluxationen eine relative Oberarmkopf-Hypoplasie. Dagegen zeichnen sich die posttraumatisch rezidivierenden Luxationen durch eine traumatische Genese aus. Das zur Luxation führende Trauma ist adäquat und die Luxation ausgesprochen Schmerzhaft. Der Patient mit habitueller Schulterluxation reponiert in der Regel selbst. Patienten mit einer posttraumatisch rezidivierenden Schulterluxation sind über 12 Jahre alt. In nachfolgender Tabelle werden die Hauptergebnisse gegenübergestellt.


  Habituelle Schulterluxation Posttraumatisch rezidivierende Schulterluxation
Alter des Patienten 5 - 16 Über 12 Jahre
Erstmanfestation unbekannt Adäquates Trauma
Beschwerden bei Erstluxation keine vorhanden
Beschwerden bei Reluxation keine vorhanden
Kopf-Pfannen-Verhältnis Kopf-Hypoplasie  
Winkelmessung Winkel größer Winkel kleiner