Praxisinformation
Veröffentlichung:
Standardisierte Übersichtsdiagnostik mit dem Elektroakupunktur-Meridian-Test nach Kramer (EAM)
in: Ganzheitliche Zahnheilkunde in der Praxis, Aktualisierung 10-00, Spitta-Verlag Balingen
Einleitung
Diffuse chronische Beschwerden: immer wieder eine Herausforderung
Als ganzheitlich tätiger Arzt oder Zahnarzt ist man oft mit der Frage konfrontiert, wie man einem Patienten mit diffusen Beschwerden und einer in der Regel schon langen Leidensgeschichte gerecht werden soll. Möglicherweise haben die Beschwerden des Patienten ein klinisches Korrelat, an das noch keiner gedacht hat. Leider sind die vom Patienten vorgebrachten Erklärungsansätze meist wenig hilfreich: Die potentiellen Ursachen sind schlecht abzuschätzen oder zu verifizieren.
Manche Patienten kommen mit klaren Vorstellungen über die Ursache ihrer Beschwerden in die Praxis. Dies ist oft bei der Amalgamproblematik der Fall. Häufig stimmt das Bild der Patientenvermutungen mit den Klagen überein, häufig aber auch nicht.
Objektivierung von Diagnose und Therapie tut Not
Wenn jegliche klinische Diagnostik ergebnislos bleibt, entscheidet man sich gefühlsmäßig für ein eher symptomatisch orientiertes Therapieregime und setzt entsprechende Prioritäten. Um nicht ausschließlich von subjektiven Einschätzungen abhängig zu sein, ist jedoch gerade bei naturheilkundlichen Verfahren eine objektive Dokumentation von Therapie, Verlauf und Ergebnis wichtig. Hilfreich ist hierfür eine Standardisierung der Befunderhebung.
Der Elektroakupunktur-Meridian-Test nach Kramer (EAM) bietet im Rahmen einer standardisierten Dokumentation die Normierung bioenergetisch relevanter Daten.
Er eröffnet die Möglichkeit,
- die Beschwerden des Patienten zu verifizieren und zu dokumentieren,
- Hinweise auf weitere notwendige diagnostische Maßnahmen zu geben, seien sie klinisch oder naturheilkundlich,
- Prioritäten für therapeutische Bemühungen zu setzen,
- den möglichen Erfolg therapeutischer Bemühungen realistisch einzuschätzen und
- mögliche Auswirkungen bei Konfrontation eines Patienten mit bestimmten Prüfsubstanzen abzuwägen.
Die Basis: Elektroakupunktur nach Voll
Die Elektroakupunktur nach Voll (EAV) bildet die Grundlage des EAM. Ende der 40er-, Anfang der 50er-Jahre wurde sie von dem Pariser Arzt Dr. De La Fuye entwickelt. Letzterer war es auch, der das erste Elektroakupunktur-Gerät konstruierte.
In den 50er-Jahren entwickelte Dr. Reinhold Voll aus Plochingen ein eigenes Elektroakupunktur-Gerät. Sein eigentliches Verdienst ist es gewesen, weitere Aspekte der Erfahrungsmedizin in die Elektroakupunktur integriert und dieses Gerät damit perfektioniert zu haben.
Die Elektroakupunktur nach Voll basiert im Wesentlichen auf der Punkt- und Meridian-Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Voll erkannte, dass es im Vergleich zum De La Fuye'schen Modell noch wesentlich mehr Meridiane und Akupunkturpunkte gab und entwickelte so die nach ihm benannte Methode.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen der Elektroakupunktur nach Voll und der ebenfalls Elektroakupunktur genannten Methode, bei der gesetzte Akupunkturnadeln elektrisch stimuliert werden. Im Gegensatz dazu werden bei der EAV die Hautwiderstände an den Akupunkturpunkten gemessen. Diese haben einen deutlich geringeren elektrischen Widerstand als das sie umgebende Gewebe.
Der Widerstand der Haut wird durch einen Messstrom bestimmt, der zwischen 5,5 und 11 Mikroampere liegt. Dabei können Widerstandswerte zwischen 380 und 12.000 Ohm ermittelt werden. Diese werden an der Skala des Elektroakupunkturgerätes einem Zeigerauschlag von 0 bis 100 zugeordnet.
Interpretation der Messergebnisse der EAV
Die gefundenen Messwerte können nun der Funktions- und Reaktionslage der entsprechenden Meridiane, der korrespondierenden Organe oder Organsysteme sowie der Funktionskreisläufe zugeordnet werden: Erfahrungsgemäß entsprechen dabei Werte zwischen 50 und 60 Skalenteilen dem normalen Funktionszustand. Höhere Werte hingegen weisen eher auf akute Veränderungen, niedrigere eher auf chronische Prozesse hin.
Allopathische und homöopathische Arzneimittel sowie Toxine können getestet werden
Werden Medikamente oder Testsubstanzen in den Messkreis eingebracht, verändern sich die Messwerte. So lassen sich Rückschlüsse darauf ziehen, welche Bedeutung die in den Messkreis eingebrachte Probe auf den Patienten hat, vertreten durch den jeweiligen Meridian. Gelingt es beispielsweise mit einem Medikament den Messwert zu normalisieren, so lässt sich durch Gabe dieses Medikamentes voraussichtlich ein optimaler therapeutischer Nutzen erzielen.
Auf diese Weise kann nicht nur die Eignung allopathischer, sondern auch homöopathischer Medikamente sowie deren Potenzen abgeschätzt werden. Im Falle von potenzierten toxischen Substanzen ist sowohl die Bewertung der aktuellen Belastung wie auch der geeigneten Therapie möglich.
Minimaldiagnostik: der abgekürzte EAM
Durch die Messung von Meridianpunkten wird eine diagnostische Aussage über den energetischen Zustand eines Meridians, seines korrespondierenden Organs oder der entsprechenden Funktionskreisläufe möglich.
Auf dieser Basis entwickelte Dr. Fritz Kramer (Nürnberg) die Idee, wie eine schnelle Übersicht über den Zustand eines Patienten zu gewinnen ist: Nacheinander werden die Referenzpunkte aller Meridiane, z.B. die Nagelbettwinkelpunkte, gemessen.
Individueller Mittelwert dient als Referenz
Die isolierte Interpretation eines oder weniger Messwerte muss zwangsläufig zu Fehlern führen, da die
Gesamtsituation des Organismus unberücksichtigt bleibt. Wird beispielsweise an einem Messpunkt der Wert von
50 Skalenteilen ermittelt, so könnte dies durchaus als normale Reaktionslage interpretiert werden.
Findet man allerdings an den anderen Meridianen Werte, die im Durchschnitt wesentlich höher oder niedriger ausfallen, so erscheint diese Interpretation in einem anderen Licht: Sie ist schlicht und ergreifend unzutreffend. Sowohl bei einer hyperergen Gesamtsituation mit einem durchschnittlichen Messwerte von über 80 als auch im Falle einer hypoergen Gesamtsituation ist ein Messwert von 50 Skalenteilen als pathologisch einzustufen.
Durch den Vergleich einzelner Meridian-Messwerte mit dem über allen Meridianen gemessenen arithmetischen Mittel kann hingegen eine Fehlinterpretationen vermieden werden (siehe Abbildung 1).
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| Abb. 1: | Der abgekürzte Meridian-Test (manuelle Auswertung). Die Berücksichtigung der Abweichung vom Mittelwert verhindert Fehlinterpretationen einzelner Messwerte. Zu beachten sind die "Normalwerte" bei Messpunkt 39, 48 oder 49 sowie die "auffälligen Werte" bei 30 oder 43. |
Der abgekürzte Meridian-Test unterstützt auch dabei,
- auffällige Meridiane zu identifizieren,
- Korrelationen zu den Beschwerden des Patienten herzustellen,
- Hinweise auf weitere sinnvolle klinische Diagnostik zu finden sowie
- Therapieprioritäten, egal ob naturheilkundlich oder "schulmedizinisch", festzulegen.
Da jedoch die manuelle Auswertung recht mühselig ist, wurde in Zusammenarbeit mit dem Informatiker Jesse aus Ludwigsburg ein Windows-Programm erstellt, das die Abweichung der einzelnen Messwerte vom Mittelwert in einer übersichtlichen Grafik darstellt (siehe Abbildung 2).
| Abb. 2a und b: | Der abgekürzte Meridian-Test (Windows-gestützte Auswertung). Die graphische Darstellung ermöglicht eine leichte Orientierung über die Abweichung vom Mittelwert. |
Das System der Grundregulation
Bei jeder Messung fließt ein Messstrom. Der Akupunkturpunkt bzw. der Meridian wird dadurch gereizt. Selbst bei Einwirken kleinster Noxen kommt es zur Irritation des Grundsystems. Aus diesem Grunde sollte bei der Durchführung der EAV oder des EAM eine gewisse Reizung der Grundregulation in Betracht gezogen werden.
Das System der Grundregulation wurde erstmals von Pischinger beschrieben und stellt die Basis für das Verständnis einer ganzheitlichen oder regulativen Medizin dar.
Das System der Grundregulation ist der integrative Faktor, durch den vordergründig unterschiedliche Methoden wie die Neuraltherapie, die Akupunktur, die Homöopathie, die Homöotoxinlehre nach Reckeweg, die Bioelektronik nach Vincent, die Elektroakupunktur nach Voll oder auch die Kneipp´sche Therapie eine gemeinsame theoretische und funktionelle Basis bekommen.
Im Mittelpunkt der Betrachtung steht dabei nicht die Zelle und die Virchow'- sche Zellularpathologie der etablierten Medizin, sondern das humoralpathologisch orientierte Geschehen im Grundsystem. Dieses durchzieht den ganzen Körper ohne jegliche Grenze.
In diesem Extrazellulärraum (siehe Abbildung 3)
- laufen sämtliche Stoffwechselvorgänge zwischen Kapillare und Zelle ab,
- enden steuernde vegetative Nervenfasern,
- findet für die Zelle Versorgung und Entsorgung statt und
- entspringt das Lymphsystem.
Umgang des Organismus mit Noxen
Die Fibrozyten im mesenchymalen Bindegewebe generieren als Fibroblasten die Grundsubstanz und die als Molekularsieb fungierenden Faserstrukturen. Hier findet im Wesentlichen die Homöostase des Milieus statt. Auf das Milieu einwirkende irritative Noxen werden durch die energetische Eigenleistung der Bindegewebszellen kompensiert. Dabei ist es unerheblich, ob die irritative Noxe mechanisch, chemisch, toxisch oder elektrisch ist.
| Abb. 3: | Das System der Grundregulation |
Durch die irritative Noxe wird die Grundsubstanz in ihrem Sol-/Gel-Zustand verändert. Bei fortschreitender Störung kommt es zur Zell-Nekrose. Kann die energetische Eigenleistung der Bindegewebszelle die Störung nicht kompensieren, kommt es zur Aktivierung der leukozytären-granulozytären Phase.
Diese entzündliche Reaktion des Körpers hat die Aufgabe, großmolekulare Noxen durch oxidative Prozesse zu desaggregieren und dadurch löslich, das heißt über die Lymphe transportfähig zu machen. Diese großmolekularen Bestandteile können exogene Strukturen sein, wie Bakterien oder Reste einer Zellnekrose. Es können aber auch großmolekulare kolloidale Substanzen sein, die aus der Grundsubstanz ausgefällt wurden.
Der Meridian-Test als Übersichtsdiagnostik und Funktionsanalyse
Messströme des EAM üben einen exogenen Reiz aus Dr. Fritz Kramer erkannte, dass man keineswegs davon ausgehen kann, dass eine Elektroakupunkturmessung nach Voll ohne Folgen für den Organismus bleibt.
Bereits Kellner konnte experimentell nachweisen, dass Ströme von 2 Mikroampere zur Irritation des Grundsystems führen, also Stromwerte, die vom Messstrom bei der Elektroakupunktur deutlich überschritten werden, so etwa 9,0 µA bei 50 Skalenteilen, 11,1 µA bei 80 Skalenteilen am EAV-Gerät.
Kellner fand im Rahmen einer Untersuchung, die die Effekte einer Balneotherapie dokumentieren sollte, neun verschiedene Reaktionsformen auf exogene Reize (siehe Abbildung 4).
Wie aus der Abbildung hervorgeht, müssen Regulationsstarren und Abwehrschwächen also primär als pathologisch bzw. irregulär eingestuft werden. Diese mittels der Jodometrie nach Pischinger gefundenen humoralen Reaktionsphasen lassen sich auf das System der Grundregulation übertragen.
Nach Selye findet sich bei gesunder Abwehrlage eine Alarmreaktion auf einen exogenen Reiz. Der Schockphase folgt dann zur Kompensation des Reizes der Gegenschock sowie eine Rekonvaleszenzphase.
Theoretischer Hintergrund des EAM
Wenn es nun möglich ist, mittels Elektroakupunktur den Funktionszustand eines Meridians festzustellen, die dazu notwendige Messung jedoch einen adäquaten Reiz auf das System der Grundregulation darstellt, muss es ebenfalls möglich sein, durch erneute Messung die Auswirkung des vorher gesetzten Messstrom-Reizes auf die Grundregulation des Meridians zu überprüfen.
Um Fehlinterpretationen von Einzelwerten zu vermeiden, muss auch hier wieder zur Normierung der arithmetische Mittelwert herangezogen werden.
| Abb. 4: | Die Reaktionsformen nach Kellner. Die Anhebung der energetischen Aktivität nach Reiz sowie deren anschließende Rückführung entspricht dem Idealzustand (3). Während ein Anstieg der Energie als Reizantwort (1-3) weitgehend normal ist, ist eine Reaktionsstarre (4-6) oder ein initialer Zusammenbruch im Sinne einer Abwehrschwäche (7-9) pathologisch. |
Während beim ersten Messdurchlauf die Ausgangssituation dokumentiert wird, wird beim zweiten Messdurchlauf bereits festgestellt, wie der Organismus - stellvertretend die Meridiane - mit dem applizierten Reiz umgeht. Im dritten Durchlauf des Meridian-Testes zeigt sich die Situation nach Reiz und Reizantwort, das heißt die Rekonvaleszenzphase nach Selye.
Computergestützte Darstellung erleichtert Interpretation der Messergebnisse
Da die Dokumentation und graphische Darstellung per Hand ausgesprochen mühsam ist, wurde das Meridian-Test-Programm auch um diese Funktion erweitert (siehe Abbildung 5). Es lässt sich damit graphisch darstellen, wie der einzelne Meridian, der einzelne Körperquadrant und der Gesamtorganismus gesetzte Reize verarbeitet.
Entscheidungshilfe für Therapiepriorität oder -intensität
Der Meridian-Test bietet eine Fülle von detaillierten Informationen und Interpretationsmöglichkeiten, deren Darstellung den Rahmen eines solchen Beitrages sprengen würde. Einige Hinweise auf sein Potential seien jedoch erlaubt:
- Zeigt ein Patient beispielsweise eine erhebliche Abwehrschwäche, kann bereits der leiseste therapeutische Reiz nicht mehr kompensiert werden und Folgen haben (homöopathische Erstreaktion bzw. Erstverschlimmerung). Der Patient muss in diesem Falle ausgesprochen schonend behandelt werden. Insbesondere bei der Therapie ist dafür Sorge zu tragen, dass stabilisierende flankierende Maßnahmen getroffen werden.
Vor allem bei Betrachtung der auf den Meridian bezogenen Auswertung lässt sich erkennen, welches Organsystem nachhaltig gestützt werden muss. Auf diese Weise können therapeutische Nebenwirkungen minimiert werden.
- Vergleichbares gilt bei hyperergischer Reaktion, wo ebenfalls vorsichtige, eher dämpfende als aktivierende Therapieverfahren angewandt werden sollten.
- Vor Operationen können durch die Anhaltspunkte für eine gezielte Therapie günstige Operationsverhältnisse geschaffen werden, die sich zwangsläufig auch auf das Operationsergebnis und die Rekonvaleszenz auswirken.
Der Meridian-Test ist somit besonders als Screening-Methode für Therapie-prioritäten und zur Abschätzung der Therapieintensität geeignet.
| Abb. 5a bis c: | Der Meridian-Test. Verhalten der Meridian-Messwerte unter dem Einfluss des EAV-Messstroms als Maß für die Regulationsfähigkeit. Das Verhalten der Mittelwerte auf Reiz spiegelt die Reaktionslage des Gesamtorganismus wider. |
Abb 5b
Abb 5c
Der zweifache Meridian-Test zur Simulation des Individual-Response
In der Praxis stellt sich bei medizinisch relevanten Interventionen meist vorher die Frage nach dem Individual-Response bzw. dem erzielbaren Erfolg. Therapeutisch ist man leider oft auf Empirie angewiesen, besonders wenn mehrere gleichwertige Therapieverfahren, Medikamente oder Materialien zur Verfügung stehen.
Dies gilt insbesondere für die Frage der Verträglichkeit von Medikamenten oder Materialien, der Dosis oder - wie im Falle von Homöopathika - der geeigneten Potenz. So kann beispielsweise die Auswahl von Zahn-Füllungsmaterialien, die Auswahl eines indizierten Antihypertonikums oder der Potenz eines gefundenen homöopathischen Mittels Schwierigkeiten bereiten.
Diagnostisch ist von Interesse, ob der bestehende Zustand des Patienten tatsächlich von der verdächtigten Noxe verursacht wird, denn toxische Belastungen können mit homöopathischen Nosoden behandelt bzw. ausgeleitet werden. So lassen sich beispielsweise
- Infektionen mit Mikroorganismen wie Candida,
- Restzustände durchgemachter Erkrankungen wie Typhus,
- Impfungen und Impfschäden,
- toxische Belastungen durch Holzschutzmittel oder Zahnmetalle,
- elektromagnetische Belastungen und vieles mehr
hervorragend homöopathisch therapieren. Eine weitgehende Sicherheit in der Frage der potenziellen Noxe erspart dem Patienten nicht nur Enttäuschungen, sondern auch Kosten.
Ziel: Therapieerfolg "ermessen"
Therapeutisch gut geeignete Medikamente oder Materialien führen im Elektroakupunkturtest zu einer Verbesserung der Messwerte, ungeeignete dagegen zu einer Verschlechterung. Dies muss daher auch für den EAM gelten. Es sollte also möglich sein, über einen EAM zu simulieren, wie sich der Zustand eines Patienten nach dem geplanten therapeutischen Eingriff darstellt oder, anders ausgedrückt, ob sich eine vermutete toxische Belastung durch eine messtechnisch durchgeführte Behandlung bestätigen lässt.
Im ersten Durchlauf des Meridian-Testes wird die Ausgangssituation des Patienten dokumentiert sowie die Korrelation zwischen Messwerten und Beschwerden hergestellt. Zur messtechnischen Simulation der vorgesehenen Therapie wird das geplante therapeutische Agens in den Messkreis gebracht und ein erneuter EAM durchgeführt.
Die Veränderung der Messwerte bietet Anhaltspunkte, wie sich ein Organsystem oder der Organismus nach oder während einer Therapie darstellen könnte:
- Zeigen sich insgesamt deutliche Wertverbesserungen gegenüber der Ausgangsmessung, so kann ein tatsächlicher
Nutzen der Therapie angenommen werden.
- Zeigt sich keine Änderung oder gar eine Verschlechterung sämtlicher Meridian-Messwerte, wird die geplante
therapeutische Intervention wohl nicht viel Erfolg zeigen.
- Werden lediglich die Messwerte einzelner Meridiane schlechter, lässt sich erkennen, welche Meridiane im
Rahmen therapeutischer Bemühungen besonders belastet werden und somit auch präventiv besonderes Augenmerk
verdienen.
Sogar die Verträglichkeit von Zahnlegierungen lässt sich testen
Bei homöopathischen Medikamenten, von denen Potenzreihen erhältlich sind, kann die geeignete Potenz am Lymphmeridian bestimmt werden, da dieser einen engen Bezug zum Grundsystem hat.
Aber auch bei Materialien wie Goldlegierungen, von denen keine homöopathischen Potenzreihen oder nur Potenzreihen der einzelnen Inhaltsstoffe erhältlich sind, kann der EAM erfreulicherweise angewandt werden: Man weicht einfach auf Resonanzduplikate aus, die man sich leicht selbst herstellen kann. Gleiches gilt im Übrigen für verdächtigte Substanzen, deren Inhaltsstoffe gänzlich unbekannt sind.
Zur Herstellung der Resonanzduplikate wird der zu prüfende Stoff mit einem Bioresonanz-Gerät samt dem entsprechenden Programm dupliziert (z.B. Bicom-Gerät, Fa. Regumed, Duplikationsprogramm Nr. 196). Die Information wird 1:1 auf eine neutrale Flüssigkeit wie die isotone Kochsalzlösung gezogen oder "überschwungen". Mit diesem Resonanz-Duplikat als Ausgangsmaterial wird nun in klassischer Weise die homöopathische Potenzreihe hergestellt und zur Testung herangezogen.
Der dreifache Meridian-Test als Gegenprobe
Beim dreifachen Meridiantest dient ein dritter Durchgang als Gegenprobe zur Verifizierung der Aussagen des zweifachen EAM. Bei der reinen Verträglichkeits-Diagnostik ist ein dreifacher EAM per se zwar möglich, bietet aber keine zunehmende Sicherheit in der Aussage. Wesentlich wichtiger ist die Gegenprobe, um sowohl die Bedeutung einer toxischen Belastung als auch die Prognose einer naturheilkundlichen Therapie zu dokumentieren.
Nach dem ersten EAM zur Dokumentation des aktuellen Zustandes des Patienten wird der zweite EAM zur messtechnischen Simulation der Entlastung des Patienten durchgeführt. Vor dem dritten Durchlauf wird das verdächtigte, toxisch belastende Material zusätzlich in den Messkreis gegeben.
Interpretation der Messergebnisse
1. Verhalten sich die Messwerte im ersten und dritten EAM weitgehend gleichsinnig und konnte bei der messtechnischen Simulation einer Sanierung im zweiten EAM eine deutliche Verbesserung dokumentiert werden, so ist davon auszugehen, dass - die gesundheitliche Lage des Patienten wohl durch die toxische Belastung verursacht wird und - nach Sanierung eine Verbesserung erzielt werden könnte.
2. Ist die Situation im dritten EAM erheblich schlechter als im ersten, muss prognostisch mit einer Verschlechterung des Befindens gerechnet werden, wenn die toxische Noxe weiter einwirkt. Zur Verdeutlichung werden lediglich die Übersichtsauswertung der Mittelwerte des jeweiligen Meridian-Testes beispielhaft dargestellt (siehe Abbildung 6 und 7). Was für das Verhalten der Mittelwerte gilt, gilt auch für das Verhalten der Meridiane im Einzelnen.
3. Korrelieren die drei EAM-Zyklen nicht, so ist ein Zusammenhang von vorgefundener Situation und vermuteter Ursache fraglich und damit der Therapieerfolg einer Toxin-Sanierung oder Ausleitung offen.
| Abb. 6a: | Ausgangstest bei einem Patienten mit Phenolbelastung. Die Mittelwerte zeigen eine progressive Abwehrschwäche. |
| Abb. 6b: | Simulation der Ausleitung von Phenol. Die Mittelwerte zeigen ein normales Regulationsverhalten nach Ausgleich mit Phenol D8. |
| Abb. 6c: | Simulation der Belastung mit Phenol. Das Verhalten der Mittelwerte zeigt wieder eine progressive Abwehrschwäche, vergleichbar mit der Ausgangslage. |
| Abb. 7a: | Ausgangstest bei einem Patienten mit Amalgambelastung. Die Mittelwerte zeigen eine kompensierbare Abwehrschwäche. |
| Abb. 7b: | Simulation der Ausleitung von Amalgam. Die Mittelwerte zeigen ein normales Regulationsverhalten nach Ausgleich mit Amalgam D6. |
| Abb. 7c: | Simulation der Belastung mit Amalgam. Das Verhalten der Mittelwerte zeigt eine progressive Abwehrschwäche, vergleichbar mit der Ausgangslage. |
Zusammenfassung
Der Elektroakupunktur-Meridian-Test (EAM) bietet eine rasche Orientierungsmöglichkeit über den aktuellen Zustand eines Patienten. Er nutzt die Elektroakupunktur nach Voll und wurde im Grundkonzept von Dr. Fritz Kramer, Nürnberg, erdacht.
Der EAM basiert auf folgender Methode: An den Nagelbett-Winkelpunkten der Meridiane werden nacheinander die Messwerte bestimmt. Durch die Bildung des arithmetischen Mittels werden sie zueinander in Relation ge- setzt. Der errechnete Mittelwert dient als Referenz für die Interpretation der einzelnen Messwerte. So gelingt eine sichere Identifizierung auffälliger Meridiane.
Der EAM eignet sich ferner zur
- Verifizierung der Beschwerden eines Patienten,
- Verlaufskontrolle (standardisierte Messwerte!) und
- Abschätzung von Prioritäten bei Diagnostik und Therapie, selbst bei klinischen "schulmedizinischen"
Fragestellungen.
Auf der Idee von Dr. Fritz Kramer aufbauend, eröffnet sich jedem naturheilkundlich tätigen Arzt oder Zahnarzt die Möglichkeit, den Erfolg einer geplanten Therapie abzuschätzen oder die Kausalität von Beschwerden und vermuteter Ursache zu verifizieren.
Durch die messtechnische Simulation der Entlastung des Organismus mit potenzierten Prüfsubstanzen lässt sich auch der Erfolg einer Sanierung bzw. Ausleitung toxischer Belastungen absehen. Umgekehrt kann durch messtechnische Konfrontation des Patienten mit einer Prüfsubstanz deren voraussichtlicher Einfluss abgeschätzt werden.
Außerdem wurde am Beispiel einer Zahngoldlegierung ein Bioresonanz-Verfahren vorgestellt, mit dessen Hilfe auch die Ausleitung von Stoffen simuliert werden kann, von denen keine homöopathischen Potenzreihen erhältlich sind.